Es ist viel geschehen …

Trike

Mein neuer fahrbarer Krankenstuhl – eine Harey-Davidson Tri Glide Ultra

Seit dem Unfall auf unserer Fahrt zum Harleytreffen in Biograd im Jahre 2011 ist sehr viel geschehen!
So hat meine seinerzeitige Beifahrerin Ihre körperlichen Verletzungen inzwischen auskuriert. Sogar die kroatische Versicherung hat offensichtlich die Deutsche Versicherung bezahlt. Jedenfalls weist eine vor kurzem eingetroffene amtliche Übersetzung eines Urteils drauf hin.
Es wurden mehrere Bau- und Umbauprojekte angegangen und erfolgreich beendet (andere stehen noch an).
Leider hat sich in der Zwischenzeit auch eine wesentliche Einschränkung meiner Gesundheit ergeben, was dazu geführt hat, dass ich im letzten Jahr meine weiße Ultra Classic, nachdem sie mir unter anderem in Rom auf den Fuß gefallen war, verkauft habe. Meine ursprüngliche Absicht, mit dem Verkauf auch das Motorradfahren einzustellen, habe ich dann doch noch mal überdacht.
Im Frühjahr habe ich mir eine neue schwarze Harley Tri Glide Ultra gekauft, mit der ich – bis zu möglicherweise bevorstehenden weiteren Einschränkungen meiner sicheren Bewegungsfähigkeit – Europa weiter bereisen möchte.

Mit Biograd mache ich nun den Anfang!

23.05.2011 16:42:37 Uhr

Mit dieser Sekunde endete unsere Urlaubsfahrt unvorhergesehen.

In einer unübersichtlichen Linkskurve in „Novi Vinodolski“, 200 km vor Biograd, überholte uns die Fahrerin eines blauen Fiat Tippo, zog dann in der Kurve nach rechts und rammte das Motorrad. Sie ließ mir keine Chance auszuweichen. Ich fuhr laut Trackaufzeichnungen meines GPS zu dieser Zeit mit 23 km/h.

Bedauerlicherweise hat meine Sozia 3 Rippen, das Wadenbein und einen Finger gebrochen. Sie wurde ambulant versorgt, in Rijeka in das Krankenhaus gebracht und nach 2 Tagen mit einem Medi-Car nach Köln in das Vinzenz-Krankenhaus eingeliefert. Ihr geht es den Umständen nach gut. Sie ist am Montag operiert worden.

Ich selber habe außer einer leichten Prellung am Oberschenkel nichts davongetragen. Das Motorrad ist beschädigt aber komplett fahrtüchtig. Mittlerweile ist Fahrer und Motorrad auch wieder in Köln.

Nebenbei: Um 16:42:38  Uhr war die Geschwindigkeit auf  7 km/h gefallen, da lagen wir aber schon auf der Straße

Verkehrsregeln

Wofür gibt es Verkehrsregeln? Darauf gibt es je nach Verkehrsteilnehmer, Berufsgruppe, Alter und nicht zuletzt wohl Region und Land sehr unterschiedliche Antworten. Jeder hat da sein (Vor-)Urteil im Kopf.

Allerdings ist es immer wieder erstaunlich, mit welcher Zuverlässigkeit diese Vorurteile Bestätigung finden können:

In Kroatien scheinen

Ampeln zur Strassenbeleuchtung,
Zebrastreifen zur farbigen Strassengestaltung,
Bürgersteige zu Parkplätzen,
Geschwindigkeitsbegrenzungen zu Herausforderungen,
Durchgezogene Linien auf der Fahrbahnmitte als (linke) Begrenzungen,
Unübersichtliche Kurven zur Mutproben

und

Motorradfahrer als überwindliche Hindernisse gesehen zu werden.

Die Liste ist beliebig zu verlängern

Fisch am Abend

Ein erster abendlicher Spaziergang führt uns an den zentralen Platz (Piazza della Unita) in Triest, der zu dieser Zeit noch sehr belebt ist. Die Rambla ist voll im Gange. Sonnenuntergang über dem Meer.

Nachdem wir die prächtigen Gebäude am Rande des Platzes, wie auch links und rechts der Ufer ausgiebig studiert, bewundert und eingeordnet haben, gelüstet es auf einen Kneipenbesuch. Eine kleine Gaststätte in der Nähe hat es uns angetan: Nur Fisch, urig, gut besucht, ordentliche Preise. Da gehen wir rein!

Zentralplatz

Zentralplatz

Das aber bedeutet: Wasser in der Karaffe selbst gezogen aus dem Automaten, Gläser von der Theke besorgt. Salat vom fast abgeräumten Theke selbst zusammengestellt. Wein bestellt. Wirt versteht uns zunächst nicht. Dann aber Frito misto bestellt und bekommen. Frisch und sehr gut!

Inge hat Nudeln gewählt. Hier hat der Fischwirt die Frische übertrieben: Nudeln sind nur Prä -Al Dente!

Von Villach nach Triest

Aus Villach heraus geht es sofort über den Wurzenpass. Leichte Übung, da nur wenige Kurven und auch nur ca. 1100 M hoch. Wetter ist prächtig, wenig Verkehr, wir geniessen den „Urlaubsbeginn“. Auf der Passhöhe kaufen wir an der Slowenischen Grenze einige wenige Vorräte ein.

Karpatengipfel

Karpatengipfel

Inge hat eine schöne Strecke durch den Nationalpark ausgewählt. Kurvenreich. Führt uns an mächtigen Felswänden der Karawanken entlang und auf 1600m Höhe. Faszinierender Aus- und Anblick. Auf und Abstieg für Fahrer und Beifahrer ist diesmal schon anspruchsvoller (46 Tornati), da die Kurven meistens gepflastert sind und entsprechend uneben.

Auf dem Pass machen wir kurze Rast und finden etwas abseits der Strasse Enzian und andere Bergblumen in voller Pracht. Kletterer überwinden Schneefelder, hübsche Hochzeiter lassen sich fotografieren und Gruppen sorgen durch mitgebrachte Papierkappen für uniformes Aussehen.

Mittags machen wir Rast unter Weinlaub in Bovec. Essen eine gebackene und panierte Forelle (wohlschmeckend, obwohl die Zubereitung mit der Panade nicht überzeugend ist), lassen uns dabei von einer unfreundlichen Bedienung nicht irritieren, da wir uns auch eine Flasche heimischen Weines einverleiben. Vor der Weiterfahrt kaufen wir von einem überaus freundlichen Händler ein Pfund Kirschen. Die ersten des Jahres!

Enzian in den Karpaten

Enzian in den Karpaten

Bei der Weiterfahrt nach Triest werden wir in Nova Gorica von einem heftigen Schauer überrascht. Auf der Suche nach einem Unterstand fahren wir durch ein sozialistisches Stadtquadrat, welches sämtliche traurigen Attribute verfehlter Stadtentwicklung aufweist und uns auch den Charme des Verfalls nicht mitteilen kann. Wir lassen das Motorrad unter einem Dach stehen und schauen uns die Bescherung von der gegenüberliegenden Straßenseite an. Glücklicherweise handelt es sich dabei um ein Eiscafe mit entsprechendem Angebot. Lecker!

Ein kleiner Schlenker führt uns durch den Karst nach Lipice. Ja, daher stammen die berühmten Schimmel der span. Hofreitschule. Das Gestüt liegt in einer idyllischen Landschaft eingebettet und durch endlos lange weisse Gatter, die der Straße entlang die Koppel abteilen, wird das noch stark unterstützt. Außerdem hat man durch einen Golfplatz und ein Casino die Einnahmenseite gestärkt. Allerdings ist das auf dem Gelände befindliche Hotel, zumindest von außen, noch mit dem Charme der soz. Zeit verbunden.

Eine Bahnfahrt, die ist …

Abschied, Anfahrt zum Verladebahnhof für den Autoreisezug in der Stadt mit dem schmutzigen Bier. Warten auf die Verladung, gewöhnen an die im Liegewagen mitreisenden Gäste mit denen man die nächsten mindestens 15 Stunden verbringen wird.

Mangels Käse hier eine Meduse aus Triester Hafenbecken

Mangels Käse hier eine Meduse aus Triester Hafenbecken

Heute sind es nur alte und ältere Holländer: Eine arthritische, dicke immerzu hysterisch lachende Witwe, die laut Eigenauskunft in ihren Wohnwagen in Kärnten reist. Und ein älteres Paar, bei der Sie ständig Zeitungen liest und er sehr ungezwungen, man könnte auch sagen „ungezogen“ Einfluß auf die Sitzplatzverteilung nimmt.

Beim Verteilen der Liegeflächen ziehe ich mal wieder die „Arschkarte“, da die dicke Frau nicht in die oberen Fächer zu packen ist.

Die DB macht 70 min Verspätung. In der Nacht rechne ich aus, dass die Bahn mit einem Schnitt von ca. 35 km/Std. die Strecke schafft und ich bei einer Übernachtung den Weg locker in derselben Zeit und wesentlich angenehmer mit meinem Mopped geschafft hätte, und bei etwas Training sogar in derselben Zeit mit dem Rad 🙂

Bekannt, vertraut aber immer wieder überraschend.

Triest (-er) Sonntag

Eigentlich wollten wir den Sonntag ja in Triest mit einem gemütlichen Frühstück in der Bar beginnen. Am Vortag hatten wir noch einige vielversprechende Lokalitäten in der Nachbarschaft unseres Appartements gesehen, heute waren sie allerdings sämtlich geschlossen.

Zunächst zieht es uns in den Dom, der mit einigen historischen Ausmalungen und einem grossen farbenprächtigen Mosaik im Chor beeindruckt (haben wir allerdings im letzten Jahr in Istanbul – Kariekirche besser gesehen). Dann geht’s zum Kastell, welches uns einen schönen Überblick über die gesamte Bucht bietet.

Cafekultur im angenagtesten Café der Stadt

Cafekultur im angenagtesten Café der Stadt

Nach einigem Suchen finden wir auch die gigantische Treppe, die uns in die Stadt führt. Und damit schnurstracks in das berühmte Café xxx. Schöne Atmosphäre trotz wenigen Gästen, die zu dieser ungewöhnlichen Zeit anwesend sind.

Das Theater kann uns nicht zur Teilnahme an einer Aufführung begeistern. Also flanieren wir weiter die Uferpromenade entlang, beobachten das einfache Treiben in einem kleinen Park und geniessen zum Ende unserer Besichtigungstour noch mal ein Eis in einem der angesagten Cafés auf dem Platz xxx.

Dann zieht es die Alten zurück ins Heim, wo verschiedene Aufgaben harren: u.a. die Leerung einer Flasche einheimischen Weines, die wir am Vortage erstanden hatten. Und die zu unserer Überraschung nur 3,50€ kostete. Dennoch süffig und gut.

Darauf vergesse ich dann am nächsten Tag meine Jeans einzupacken!?!

Jetz geht et loss…

Heute Mittag werden wir in die „Verbotene Stadt“ aufbrechen um uns dort in die Arme der Deutschen Bahn zu begeben. Beides ist mit einem gewissen Schaudern versehen. Aber irgendwie werden wir das auch noch schaffen…

Und: Überraschung! Diesmal sind die Reisetaschen gar nicht so spack gepackt. Da kann man ja unterwegs noch was einkaufen 🙂

Alles wie gehabt?

Als wir vor einem Jahr unsere Freunde im gemeinsamen Haus verlassen haben, war es eingerüstet, da Dach und Fassade erneuert wurden. Erst als wir von der Reise zurückkamen, war dann auch das Gerüst verschwunden.

Gartengestaltung --- im Rohbau

Gartengestaltung --- im Rohbau

In diesem Jahr verlassen wir unser Heim wiederum in einer Zeit da sich einiges im Umbruch befindet. Zwar habe ich es trotz des langen Winters noch geschafft, die Beete im Garten anzulegen, den Platz für die Kiesflächen herzurichten und die Beetränder zu befestigen. Die Zeit hatte aber nicht mehr gereicht, auch die ausgekofferten Flächen und das Planum mit Schotter, Splitt und Kies aufzufüllen. Also habe ich nach meiner Rückkehr auch noch eine Aufgabe…

Man kann aber auch alles positiv sehen: 🙂

So ist es in der Vegetationszeit ja auch viel einfacher die Beete sauber zu halten, wenn man das Unkraut einfach auf die unbekiesen Wege legen kann!

Fahrradplatz --- im Rohbau

Fahrradplatz --- im Rohbau

Und „auf den letzten Drücker“ habe ich es auch noch geschafft die Fahrradständer im Vorgarten einzubetonieren und die Fläche zu pflastern. Jetzt können immerhin bis zu 4 Fahrrädern im Vorgarten sicher abgestellt werden. Aber auch hier gilt es noch Restarbeiten durchzuführen.

Also habe ich nach meiner Rückkehr auch noch eine Aufgabe…

Auch vor der Reise kann man viel erleben!

Vor unserer Reise gibt es wie immer viel zu erledigen. Einkaufen, auswählen, abbestellen, organisieren, prüfen usw.

Da wir die Absicht haben, diesmal über mehr als 6 Wochen wegzubleiben, gilt es auch das Finanzamt davon zu informieren und zu überzeugen, die Umsatzsteuervoranmeldungen für die nächsten 2 Monate nicht anzumahnen.

Eigentlich ganz einfach! Ich schreibe also eine Email an das Finanzamt Köln-Nord, bekomme den korrekten Hinweise, dass es sich dabei informationstechnisch um eine „Postkarte“ handelt und man ggf. auf diese Mail auch schriftlich antworten werde. Nach kurzer Weile gibt es sogar eine (automatische) Eingangsbestätigung!

Nachdem ich eine Woche auf einen Bescheid gewartet habe, versuche ich telefonisch nachzufragen. Gar nicht so einfach: Mehrere Versuche jeweils am Vormittag scheitern wg. besetzter Leitung. Allerdings ist die Leitung dann unmittelbar nach Dienstzeit der Beamtin frei. Aber da ist ja Mittagspause, also geht auch niemand an den Apparat…

Heute nun war ich erfolgreich! Dabei entspann sich folgernder erhellender Dialog:

Ich: Guten Tag, ich habe ihnen gemailt.

Sie: Ja, ist erledigt!?!?

Ich: Bekomme ich denn noch eine Bestätigung?

Sie: Nein, was glauben Sie denn? Ich kann ja nicht allen Bescheid geben, sie hätten mir ja eine Telefonnummer geben können, dann hätte ich vielleicht angerufen!

Ich: Aber wäre es nicht einfacher für sie, einfach auf die Mail zu antworten? Sie brauchen doch nur bei der Antwort „Ja“ einzugeben.

Sie: Nein, bei den vielen Mail, die ich täglich bekomme, kann ich nicht auch noch schreiben!

Anmerkung: Die Dame hatte offensichtlich soooo viel Maileingang, dass sie sich an meinen Fall nach über einer Woche genau erinnerte und das ohne überhaupt in ihren Computer schauen zu müssen.